2. Europäischer Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner

Auch 6 ostbelgische Lehrlinge des ZAWM, Floristinnen und Junggärtner nahmen teil

Vom 1. bis 5. September 2004 fand in Südtirol der 2. Europäische Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner statt. Eingeladen hatte die Laimburg, Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau in Auer-Laimburg, südlich von Bozen in Italien.
 

Am Start waren 72 Junggärtner in 24 Teams aus 15 europäischen Ländern, darunter auch 6 Ostbelgier. In Dreier-Teams galt es, verschiedene Aufgaben aus allen gärtnerischen Fachsparten, einschließlich der Floristik, zu bewältigen. Neben Pflanzarbeiten und floristischer Dekoration musste ein Foliengewächshaus errichtet, Saatgut erkannt, Flächen vermessen und Gewürzkräuter zugeordnet werden. Weitere Aufgaben waren das Erkennen von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen, das Bestimmen von Substratzuschlagstoffen und Düngemitteln, eine Düngermengenberechnung sowie der Umgang mit dem PC und mit botanischen Pflanzennamen.
Um diese gesamte Bandbreite des Gartenbaus einigermaßen abzudecken, bestanden die ostbelgischen Teams aus Floristinnen, Gärtnern im Zierpflanzenbau sowie im Garten- und Landschaftsbau: David Mertes (Immergrün, Bütgenbach), Evelyne Post (Bloummenboutik Manou, Ettelbrück) und Peter Weynand (R. Huppertz, Hauset, z.Z. Student der Landespflege) in einem Team sowie Mirko Bodarwé (Lehrling in der Gärtnerei David Hermann, Weywertz), Melanie Knips (Floristin bei Immergrün, Bütgenbach) und Thomas Van den Bossche (Lehrling bei Jenniges, Wallerode) im anderen Team. Begleitet wurden die jungen Floristinnen und Gärtner von André Knauf und Esther Kirschfink, Lehrpersonen für Gartenbau am Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand in Eupen.

Neben dem gärtnerisch-fachlichen Vergleich bietet dieser europäische Wettbewerb auch oder vor allem die Basis zur Fortbildung und Begegnung junger Gärtnerinnen und Gärtner. So wurden am zweiten Tag den aus drei verschiedenen Nationen gemischten Teams bei den 10 Aufgaben, wie das Pikieren in voller Pflanzenschutzausrüstung, eine „Apfel-Rallye“, das Entwerfen eines Gärtnerei-Logos oder ein Stadtquiz mit Staffellauf und Kübelbepflanzung in Bozen, nicht nur Kreativität und Geschicklichkeit abverlangt, sondern mussten zur Verständigung auch Sprachbarrieren bewältigt werden.

Am Ende belegten die Teams aus Österreich, Südtirol und Tschechien die ersten Plätze.
Viele der angereisten Teilnehmer hatten sich bereits bei nationalen Wettbewerben bestens zu dieser Europameisterschaft vorbereitet. Die Ostbelgier werten daher ihre Platzierung im Mittelfeld (12. und 14. Platz) bei ihrer ersten Teilnahme als Erfolg und kommen geprägt vom olympischen Gedanken dieser Veranstaltung, angespornt durch Ideen und Kommentare der Mitbewerber, begeistert von der Infrastruktur und dem Empfang in der Fachschule Laimburg und ihrer hervorragenden Organisation, sowie erfreut über entstandene Freundschaften und europäische Kontakte mit vielen positiven Eindrücken nach Hause.

Um den europäischen Gedanken dieser Begegnung zu fördern, waren die Teilnehmer in den Zwei- bis Vierbettzimmern der Schule nicht mir ihren Teamkollegen untergebracht. Auch das fachlich und kulturell angelegte Rahmenprogramm trug dazu bei, den beruflichen und privaten Austausch zu unterstützen: die Besichtigung verschiedener Gärtnereien, der botanische Garten von Schloss Trauttmansdorff in Meran, eine Kellereibesichtigung, ein gemeinsamer Abend auf Schloss Runkelstein, die Stadtbesichtigung Bozen mit einem Badeabstecher im Kalterer See und die Abschlussfeier werden neben der Unterstützung auf ostbelgischer Seite, durch die genannten Betriebe, durch die Innung für Garten- und Grüngestaltung sowie das Zentrum und das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand, allen in guter Erinnerung bleiben.

Dieser alle zwei Jahre stattfindende Berufswettbewerb wird 2006 von der Gartenbauschule Roville-aux-Chênes in Frankreich organisiert.

(Esther Kirschfink, 12.09.04)