Bidiplomierung im Einzelhandel

EU fördert Projekt der Abteilung Einzelhandel im ZAWM Eupen

Im Oktober 2010 fand die Startkonferenz des von der EU im Rahmen ihres Programms für berufliche Bildung („Leonardo da Vinci“) geförderten Projekts statt. Die beteiligten Partner waren die Berufskollegs in Eschweiler und Herzogenrath, das Leeuwenborgh in Maastricht und das ZAWM in Eupen. Thema war der gegenseitige Austausch der drei Ausbildungssysteme im Einzelhandel mit dem Ziel einer Bi- bzw.  Tridiplomierung. Mit gegenseitigen Unterrichts- und Prüfungshospitationen in den jeweiligen Partnerschulen verschafften sich die Referenten Einblick. Prüfungen, fachliche Qualifikationen sowie Lehrinhalte wurden verglichen und in einer Matrix (einem Schema) zum Curricularvergleich (Vergleich der Lehrpläne) festgehalten.

Im Dezember 2010 wurde als erstes positives Ergebnis dieses Treffens  ein Abkommen zur  Bidiplomierung im  Einzelhandel zwischen der IHK Aachen und dem IAWM Eupen unterzeichnet. Jugendliche, die in der DG oder in der Städteregion Aachen ihre Ausbildung zum/zur Einzelhändler/in  bzw. Einzelhandelskaufmann/frau erfolgreich absolviert haben, können mit einer Zusatzprüfung auch den Abschluss im jeweils anderen Land erlangen: das Prüfungszeugnis der IHK Aachen oder den Gesellenbrief des IAWM Eupen.

Beispiele von Exkursionen, Unterrichtshospitationen, Kursen und Schnuppertagen:

·  Insgesamt 100 Lehrlinge und Meisterschüler der verschiedenen Ausbildungszentren und Berufskollegs besuchten am 1. März 2011 die weltgrößte Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels, die EUROSHOP in Düsseldorf. In gemischten Gruppen, je zwei Schüler pro Schule, sammelten sie Eindrücke von Neuheiten unterschiedlichster Themenbereiche  wie beispielsweise „Ergonomie an der Kasse“ oder „Neuer Blick ins Schaufenster“, welche in den Schulen vervollständigt und von den Klassen präsentiert wurden

·  Das 3. Lehrjahr Einzelhandel besuchte am 4. April 2011 das Berufskolleg in Eschweiler. In Partnerarbeit, je ein Schüler pro Schule, wurde im Wirtschaftsunterricht mit Hilfe eines Warenwirtschaftsprogramms ein halbtägiger Einführungskurs gegeben.

·  Im Oktober 2011 erhielten fünf Gesellen/innen erstmalig neben ihrem belgischen das deutsche Diplom im Einzelhandel. Sie legten im Mai die laut Abkommen erforderlichen schriftlichen Prüfungen bei der IHK in Aachen ab.

·  Fünf Azubis aus Eschweiler und Herzogenrath folgten der Einladung des ZAWM, am 17.Oktober 2011 bei einem Schnuppertag Erfahrungen in verschiedenen Eupener Geschäften  zu sammeln. Hierzu erklärten sich folgende Firmen bereit:  Elektro NIEDERAU, Brautmoden MARLIES, Bäckerei NIESSEN, SANDYS BOUTIQUE und BINCKOM JACQUES SPRL.

·  Am 14. Dezember 2011 fand im ZAWM der Workshop „Schaufenstergestaltung im Einzelhandel“ für 13 Schüler der Partnerschulen statt. Einzigartig unter den teilnehmenden Berufskollegs dieses Projekts verfügte das ZAWM über sechs Schaufensterboxen. Da in den anderen Schulen keinerlei Möglichkeit bestand, die Azubis praktisch arbeiten zu lassen, wurde dieser Zusatzkurs innerhalb des Projektes angeboten.

·  Am 25.Januar 2012 besuchten 27 Lehrlinge mit ihren Fachlehrern den Real FUTURE STORE in Tönisvorst sowie das Designer-Outlet-Center in Roermond. In Tönisvorst erhielten die Lehrlinge dank professioneller Führung Einblick in die Zukunft des Handels, im Outlet-Center wurden Schaufenster und Warenpräsentationen in den Geschäften verglichen.

·  Am 27. März 2012 organisierte das Leeuwenborgh  in Maastricht für die Referenten der jeweiligen Partner Betriebsbesichtigungen  in zwei Einzelhandelsgeschäften.

·  Am 17.April 2012 fand der zweite Workshop des Schaufensterkurses für 12 Schüler des Leeuwenborgh Maastricht im ZAWM statt.

·  Am 20. und 23.April 2012 hatten fünf Lehrlinge des ZAWM die Möglichkeit, einen Schnuppertag in den Nachbarländern zu verbringen: im „Biijenkorf“ in Maastricht sowie bei C&A in Aachen.

·  Am 19. September 2012 wird im Beisein des Ministers Oliver Paasch die Endveranstaltung im Ministerium in Eupen stattfinden.

Wir gratulieren den beteiligten Lehrerinnen und Schülern zu diesem innovativen Projekt und werden alles versuchen, diese Kontakte und gegenseitigen Bereicherungen auch in Zukunft fort zu führen.




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