EINZELHANDEL: Ein gelungener Abschluss für ein gelungenes Projekt!

Am 25. Oktober 2012 fand in Eupen die Abschlussveranstaltung des Projekts EKOBB (euregionale Kooperation in der beruflichen Bildung) statt.

Besonders im Einzelhandel spürt man, dass die Euregio Maas-Rhein nicht nur auf dem Papier besteht. Niederländische, belgische und deutsche Kunden nutzen die Einkaufsmöglichkeiten in den Nachbarregionen und genießen die größere Auswahl bei Produkten.

Diese Tatsache stellt den Einzelhandel in der Euregio vor große Herausforderungen. Besonders die Angestellten sollten möglichst auf die euregionalen Kunden vorbereitet sein, was natürlich Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen erfordert. Was liegt also näher, als die entsprechenden Fachkräfte u.a. auch aus den Partnerregionen zu rekrutieren?

Das ist grundsätzlich kein Problem, schließlich kann man auch in der Nachbarregion arbeiten. Wie aber sieht es mit der Anerkennung des im Heimatland erworbenen Berufsabschlusses aus? Die ist vor allem auch für die Bezahlung nicht unerheblich. Diese Frage war Thema im Projekt EKOBB.

2 Jahre lang haben die Stichting Europäisches Bildungswerk als Koordinator, das ROC Leeuwenborgh Opleidingen aus Maastricht, das ZAWM aus Eupen, das Berufskolleg Eschweiler und das Berufskolleg Herzogenrath zusammen mit den Schülern daran gearbeitet, die euregionale Anerkennung des Berufsabschluss „Kaufmann im Einzelhandel“ zu fördern.

Natürlich sind die Ausbildungssysteme in den Partnerregionen unterschiedlich, aber beim Vergleich der Kernkompetenzen im Beruf des Einzelhändlers stellte man sehr schnell fest: Die Kaufleute im Einzelhandel (D), Einzelhändler/-innen (B) oder Verkoopspecialisten und Eerste Verkopers (NL) sind in denselben Tätigkeiten rund um Verkauf und Kundenberatung aktiv.

Zusätzliche Anforderungen in den Regionen können ohne weiteres erfüllt werden. So wurde schon sehr früh eine Anerkennung zwischen dem IAWM und der IHK Aachen vereinbart, wenn die belgischen Auszubildenden eine schriftliche Prüfung vor der IHK zu bestimmten Themen ablegen. Die deutschen Auszubildenden müssen zusätzlich zu ihrer Landesprüfung eine Facharbeit zu einem vorgegebenen Thema erstellen und präsentieren und ein Schaufenster gestalten. Dann erhalten sie auch den belgischen Abschluss.

Die Niederlande können die zusätzlichen Anforderungen im Bereich der Personalführung, des Marketings und der Unternehmensführung nur zertifizieren. Um einen Abschluss in den Niederlanden zu erhalten, muss man Niederländischkenntnisse auf dem Niveau B1 (CEF) nachweisen und das ist für Auszubildende aus Belgien und Deutschland nicht im Rahmen der Ausbildung zu schaffen.

Aber noch viel wichtiger als die Fortschritte bei der Anerkennung des Berufsabschlusses in der Nachbarregion war die Zusammenarbeit der Lehrer und Schüler im Laufe des Projekts.

Entwickelt hat sich eine echte Partnerschaft, die ein Gewinn für alle Beteiligten war. Als ein Resultat dieser Arbeit ist der Schaufensterkurs zu nennen, der, vom ZAWM angeboten, schon sehr viele Auszubildenden aus den Niederlanden und Deutschland begeistert hat. Dieser Kurs wird auch nach Ende des Projekts weiter angeboten, und er bildete den krönenden Abschluss des Projektes.

Am 25. Oktober gestalteten jeweils drei Schüler der Partner aus den Niederlanden, aus Eupen und aus Deutschland gemeinsam ein Schaufenster in Eupen, um sich danach zusammen mit den Lehrern mit einem sehr guten Essen in Eupen zu belohnen! Auch das gehört natürlich zur interkulturellen Kompetenz, die alle Beteiligten während der Projektarbeit erworben und vertieft haben!



  

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